Stefan Raab verabschiedet sich: Das Beste aus 16 Jahre & 2243 Folgen TV Total

16 Jahre und 2243 Folgen hat Stefan Raab TV Total ins Fernsehen gebracht. Am Mittwoch den 16.12.2015 war nun Schluss. Heute, also Tag 1 nach dem Ende von TV Total haben wir die besten Sachen aus TV Total zusammen gesucht, das beste aus 16 Jahren TV Total und Stefan Raab. Am kommenden Samstag tritt Raab zum letzten mal im Fernsehen auf, in seiner Spielshow „Schlag den Raab“.

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Platz 10: Hol mir ma‘ ne Flasche Bier
Stefan Raab hat Schadenfreude salonfähig gemacht. Das ursprüngliche Prinzip der Sendung, TV-Versprecher von Moderatoren zu verhohnepiepeln, erschöpfte sich schnell. Seine wahre Muse, die Musik, fand schnell Einzug in der ansonsten von Flachwitzen geprägten Show. Eine launische Ansage vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder veranlasste Raab sodann, diese zu vertonen. Das Ergebnis war zum Schunkeln.

Platz 9: Maschendrahtzaun
Ein einziges Wort reicht manchmal aus, um bei Stefan Raab Gehör zu finden. Bei Regina Zindler war es der „Maschendrahtzaun“, den sie 1999 in der Gerichtssendung „Richterin Barbara Salesch“ versuchte zu verteidigen. Ein Knallerbsenstrauch vom Nachbargrundstück soll das Drahtgeflecht bedrängt haben. Den Prozess verlor sie zwar, doch dafür landete ihr „Maschendrahtzaun“ dank Stefan Raab und der Countryband Truck Stop auf Platz eins der Charts. Wer sich ein eigenes Bild von dem streitbaren Draht-Pflanzen-Arrangement machen möchte, sollte in den Hinterhainer Weg in Auerbach pilgern. Der Maschendrahtzaun steht dort immer noch.

Platz 8: TV Total in New York
Es war nicht die schlechteste Idee von ProSieben, die „TV Total“-Truppe im Januar 2014 nach New York zu schicken. Anlass war der Super Bowl, den der Schwestersender Sat.1 am Ende ebenjener Woche übertragen sollte. Die Quoten waren zwar alles andere als überzeugend, jedoch bekam der eingefleischte „TV Total“-Zuschauer endlich mal wieder das Gefühl, dass Raab sich richtig ins Zeug legte.

Platz 7: Der Gerät
„Der Gerät wird nie müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor dem Chef im Geschäft und schneidet das Dönerfleisch schweißfrei.“ Vermutlich hätten nur wenige Hähne nach Duran Kabakyers vollautomatischem Dönerschneidegerät gekräht, doch sein grammatikalischer Artikel-Fehltritt auf einer Dönermesse brachte dem sympathischen Erfinder 2011 einen Auftritt in der Sendung. Der Rest ist Döner-Geschichte.

Platz 6: Bürgy, wo warst du?
„Waschmaschinen leben länger mit Calgon“, bläute uns ein Drogerie-Riese Ende der 1990er-Jahre immer wieder ein. Wen das nicht überzeugte, den überzeugte spätestens Dieter Bürgy, der in den Werbespots vor den Gefahren des Lochfraßes warnte. Stefan Raab wollte mehr wissen und lud ihn ein. Dieter Bürgy aber lehnte ab und verlangte – vermutlich aus Spaß – 20.000 D-Mark für einen Auftritt in seiner Sendung. Fünf Sendungen dauerte es ( „TV Total“ lief damals nur montags), bis Bürgy endlich vorbeischaute. Vermutlich war es Raabs freie Interpretation von „Vater wo bist du?“, einem Song der deutschen 90er-Boyband 3. Generation, die ihn überzeugte.

Platz 5: „Kylie, hasse rescht“
Eigentlich gehört das ukulelende „Men in Black“-Interview mit US-Schauspieler Will Smith auch in diese Aufstellung, doch die raabsche Sprachschule hat uns mehr überzeugt. Niemand lernte schneller „Kölsch“ als Kylie Minoque. Dafür bedurfte es zwar einiger Spuckattacken von Stefan Raab und konternder Ohrfeigen seitens der Australierin. Am Ende aber unterhielten sich beide in kölscher Sprache. Irgendwie. Jo jo daht!

Platz 4: Bei Anruf Bohlen
Stefan Raab kann alles. Auch Telefonspäße. Sein Anruf als Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund bei der Wurstfabrik von Uli Hoeneß ist eigentlich schon Sternstunde genug. Einen ganzen Zentner Nürnberger Rostbratwürste ließ er an die Geschäftsstelle von Bayer Leverkusen liefern. Doch bei Raabs Reihe „Bei Anruf Bohlen“ haben wir mehr gelacht. Der Moderator nutzte Ausschnitte aus Dieter Bohlens Hörbuchbiografie, um bei allen möglichen Leuten anzurufen. Unter anderem bei seiner Plattenfirma BMG. Stichwort: „Und wenn Sie meinen, dass ich nicht mit Ihrer Tochter schlafen soll, das habe ich schon längst erledigt.“ Der Mann am Empfang.

Platz 3: Willi macht die Tür
Es gibt Sven Marquardt, es gibt Michael Kuhr – aber keiner der beiden wohlbekannten Türsteher ist wohl so gnadenlos wie Willi. Man kann nicht sagen, dass niemand an ihm vorbeikam. Das schon. Nur wie? Willi verstand es, die Feierwütigen mit Schirm, Charme und Wollmütze wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen.

Platz 2: Die Nippel aller Zeiten
Sie dauerten jeweils nur wenige Sekunden, brachten aber in jede Pointe, jeden Gag das gewisse Salz. Was könnten wir hier auffahren: „Wat, wer bist du denn?“, „Ich muss weg“ oder aber auch das frivole „Alle drei zusammen“ bohrten sich tief ins Bewusstsein der Zuschauer ein. Stellvertretend für alle Nippel schmeißen wir ein großes Fest, oder aber:

Platz 1: Kunstflug
Mitleid hatte Raab mit seinen Gästen nie. Andersrum war es aber nicht anders. Auch das Publikum beömmelte sich über all die „Raab in Gefahr“-Reportagen. Da gab es jenen Besuch im Kölner Zoo, wo Raabs musikalische Ergüsse einem Kamel überhaupt nicht schmeckten. Oder der Besuch eines Dojos, bei dem Raab die Vorzüge japanischer Kampfkünste leidvoll erfahren musste. Gäbe es aber einen Allzeit-„Raab der Woche“ zu verleihen, eine Trophäe, die Raab in den Anfangsjahren für die lustigste Szene der abgelaufenen Woche vergab, wäre das sein Ausflug unter die Kunstflieger.

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